Ehemaligenbericht der EDV-Schulen Wiesau

Name: Dominik Garban

Abschluss: Staatl. geprüfter Wirtschaftsinformatiker

Klasse: FWI 2012-2014

Aktueller Beruf: Softwareentwickler beim Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)

(Erstelldatum des Berichts: Mai 2016)

 

Liebe Leserinnen und Leser der Schnittstelle,

als Herr Dr. Körner auf mich zukam und mich darum bat einen „Ehemaligenbericht“ zu verfassen, nahm ich diese Ehre natürlich gerne an.

Mein Leben in der Berufswelt begann mit einer Ausbildung zum Bürokaufmann - wobei ich sagen muss, dass ich bereits direkt nach meinem Abschluss an der Realschule Waldsassen eine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz an die EDV-Schule schickte, welche sogar angenommen wurde - jedoch war im Alter von 17 Jahren das Geldverdienen doch erstmal interessanter.

Über 6 Jahre hinweg war ich also in verschiedenen, interessanten Bereichen der Bürowelt tätig, immer im Hinterkopf hatte ich allerdings das Streben nach mehr.

Also erinnerte ich mich an die Bewerbung um den Ausbildungsplatz an den EDV-Schulen, da mich Computer, Software und die Welt drumherum weiterhin sehr interessierten.

Am Tag der offenen Tür wurde ich über die Möglichkeit einer Fortbildung zum Wirtschaftsinformatiker informiert.

Zwei Jahre Fortbildung…Job kündigen - zurück auf die Schulbank - büffeln…und vor allem für zwei Jahre ein Rückschritt beim Einkommen? Will ich das? Geht das?

Ja ich wollte und Ja es ging - es ist zwar hart, aber es geht!

Ab September 2012 verbrachte ich also eine schöne und sehr lehrreiche Zeit in Wiesau.

Hier wurden mir die Grundlagen der Softwareentwicklung beigebracht. Eine sehr umfangreiche Auffrischung und Weiterbildung im kaufmännischen Bereich kam ebenfalls dazu.

Seit meinem Abschluss im Juli 2014 bin ich beim Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) in Altenstadt/WN als Softwareentwickler beschäftigt. Hier entwickeln wir, gebündelt mit dem Fachwissen des Instituts, Software speziell im Bereich der Vorsorge.

Die Entwicklung erfolgt in c#/.net und Java. Ich selbst bin seit meinem Einstieg in einem Projekt für eine große deutsche Bank tätig. Mein Tätigkeitsbereich umfasst die ständige Weiterentwicklung und den Support einer Controlling-Plattform, welche deutschlandweit im Einsatz ist. Die Programmiersprache in der wir entwickeln ist c#.

Nach kurzer Zeit beim IVFP bekam ich zudem die Betreuung der Auszubildenden mit auf den Weg. Einer ständigen Weiterentwicklung steht also nichts im Weg - was natürlich der Fortbildung an den EDV-Schulen zu verdanken ist.

Ich hoffe, dass ich ein wenig Einblick in meine Erfahrung zur Weiterbildung und zum Beruf geben konnte. Diesen Schritt gewagt zu haben, bereue ich keine Sekunde.

Zum Schluss möchte ich mich an dieser Stelle herzlich beim gesamten Lehrerkollegium bedanken, das viel Geduld und Ausdauer hatte und einige Nerven für uns opferte. Gut, ein paar graue Haare habe ich dieser Zeit, glaube ich, auch zu verdanken ;)

Auf diesem Wege wünsche ich allen, die sich trauen diesen Schritt zu gehen, viel Glück und Erfolg bei der Weiterbildung zum Wirtschaftsinformatiker.

Ehemaligenbericht der EDV-Schulen Wiesau

Roland KönigName: Roland König

Abschluss: Fachinformatiker Anwendungsentwicklung

Klasse: IT 2004-07

Aktueller Beruf: Softwareentwicklung C#/.Net bei IGZ Logistics + IT

(Erstelldatum des Berichts: Mai 2015)

 

 

Ich freue mich, dass ich an dieser Stelle allen Interessierten einen Einblick darin geben kann, wie ich zu den EDV-Schulen und schließlich zu meinem heutigen ausgezeichneten Beruf gefunden habe. Zur besseren Orientierung habe ich meine Ausführungen in die Zeit vor, während und nach meiner Berufsausbildung zum Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung) aufgeteilt.

 

Vor der Berufsausbildung

Bei mir begann das Interesse an der Programmierung schon im Kindergarten-Alter. Ich bekam einen Gameboy und wusste, dass ich eines Tages Spiele bauen bzw. „programmieren“ möchte. Das Interesse an der Technologie hinter Spielen im Allgemeinen und insbesondere der 3D-Grafik-Technik hat mich stets bei Stange gehalten und während meiner Schulzeit einen technischen Artikel nach dem anderen verschlingen lassen. Zu Beginn meiner Realschulzeit habe ich damit begonnen, Modifikationen für PC-Spiele zu machen. Konkret waren das Anpassungen der Spielregeln, neue Fahrzeuge, neue Gebäude oder neue Level für damals beliebte PC-Echtzeitstrategie-Spiele. Einige Zeit später, im Alter von etwa 13-14 Jahren, habe ich dann begonnen, mit den auf Spieleentwicklung spezialisierten Programmiersprachen BlitzBasic und Blitz3D selber Spiele zu entwickeln. Eine große Online-Community, zahlreiche Hilfestellungen, Leitfäden, Chats und Treffen mit anderen Hobby-Entwicklern haben mir den eigenständigen Einstieg in die Programmierung ermöglicht. Mit dem Ziel vor Augen, das Hobby schließlich zum Beruf zu machen, bin ich nach der Realschule zu den EDV-Schulen in Wiesau gegangen. Ich hatte damals einen guten Abschluss und damit die Wahl, ob berufliche Ausbildung, FOS mit anschließendem Studium oder schulische Ausbildung an den EDV-Schulen. Für letzteres habe ich mich entschieden, da die Schule im Bekanntenkreis einen sehr guten Ruf hatte, häufig empfohlen wurde und die Ausbildung grundsätzlich breiter angesetzt ist, als bei einer Berufsausbildung direkt in einer Firma. Zudem war mir ein schneller Berufseinstieg wichtig – irgendwann muss ja Schluss sein mit der Schulbank.

 

Während der Berufsausbildung

In meiner Zeit bei den EDV-Schulen in Wiesau bin ich zum ersten Mal auf die von mir auch heute noch favorisierte Programmiersprache C# gestoßen und erhielt einen tiefen Einblick in das für meinen heutigen Beruf sehr wichtige SAP-System. Neben diesen und weiteren technischen Themen finde ich rückblickend die gute Mischung zusammen mit betriebswirtschaftlichen Fächern sehr sinnvoll und für den Beruf des Fachinformatikers auch sehr wichtig. Ich erlebe es immer wieder bei Treffen mit anderen Entwicklern, dass wirtschaftliche Fragestellungen gerne als: „Das kümmert mich doch gar nicht.“ betrachtet werden. Ich persönlich bin hierbei völlig anderer Meinung, so muss doch der Entwickler verstehen können, für wen und unter welchen Bedingungen er seine Arbeit macht. Besonders hervorheben möchte ich außerdem noch die Firmenausflüge und Events während meiner Berufsausbildung – diese haben schließlich die Wahl meines heuten Arbeitgebers IGZ maßgeblich beeinflusst. Zum einen war das eine Firmenbesichtigung beim Versandhändler Baur, bei dem wir u. a. die beeindruckende Logistikanlage besichtigen durften. Andere Beispiele sind die Besuche der Cebit in Hannover oder die Systems-Messe in München. Meine Berufswahl maßgeblich beeinflusst hat aber schließlich ein Karriere-Event direkt an den EDV-Schulen in Wiesau, bei dem ich auf die Firma IGZ und das von ihr angebotene Praktikumsthema „Entwicklung 3D-Lagervisualisierung“ aufmerksam wurde. Da mein Interesse sowieso stark im Bereich 3D-Grafik-Programmierung lag, habe ich mich direkt zusammen mit meinem Mitschüler Tobias Waschfeld für dieses Thema beworben und prompt die Stelle bekommen. Bei der anspruchsvollen Aufgabe ist am Ende ein solides Produkt zur Visualisierung von Logistikanlagen herausgekommen, welches so im Anschluss an mehrere Kunden verkauft wurde. Nachfolgend entsprechend ein Screenshot.

Screenshot der im Praktikum entwickelten 3D-Lagervisualisierung

 

Nach der Berufsausbildung

Nach dem bei IGZ erfolgreich absolvierten Praktikum bin ich direkt in Vollzeit bei gleicher Firma im Bereich der Lagerlogistik eingestiegen. Mein Haupttätigkeitsfeld war von Beginn an die Softwareentwicklung auf Basis der Microsoft-Technologien C# und .Net, hierbei stets innovative und fordernde Projekte wie virtuelle Lagernachbildungen oder Anbindungen verschiedenster Steuerungstechnik-Komponenten an das SAP-System. Nach Abschluss meines 3. Berufsjahres habe ich mich schließlich dazu entschlossen, meinen fachlichen Horizont durch ein Fernstudium des Studiengangs Logistikmanagement an der Euro-FH in Hamburg zu erweitern. Logistik für einen Fachinformatiker? Ja, in meinem Fall war dies eine sehr interessante Variante, da ich so neben der Vollzeit-Tätigkeit bei IGZ auch den fachlichen Hintergrund meiner Arbeit besser verstehen lernte. Bei einem klassischen IT-Studium sah ich für mich nur einen geringen Vorteil gegenüber der Basis, die ich zum damaligen Zeitpunkt bereits durch die EDV-Schulen und meine hobbymäßige Tätigkeiten erworben habe. Das Bachelor-Studium habe ich im Januar 2015 sehr erfolgreich abgeschlossen. Neben diesen Tätigkeiten war und bin ich nach wie vor in der Entwickler-Community aktiv, pflege eine eigene Homepage, entwickle an OpenSource-Projekten und habe bereits mehrere Vorträge in Regensburg und Nürnberg über C#/.Net-Entwicklung gehalten. Bei IGZ konnte ich mich unabhängig von meinem Studium ähnlich wie andere Kollegen vom Fachinformatiker hin zur Führungskraft entwickeln. In meinem Fall entspricht dies zwar aufgrund der Fokussierung auf C# nicht dem normalen Weg hin zum SAP-Berater oder SAP-Projektleiter, die Qualifikationsentwicklung erfolgte jedoch sehr ähnlich. Der Kern meiner Arbeit bei IGZ ist hierbei seit Beginn meiner Berufstätigkeit die Entwicklung der IGZ-eigenen Simulations- und Emulationssoftware (siehe nachfolgenden Screenshot). Weiterhin arbeite ich zusammen mit meinen Kollegen regelmäßig an innovativen Projekten mit Technologien wie der Kameratechnologie Kinect von Microsoft oder den sogenannten „Smart Glasses“ (Google Glass als bekanntestes Beispiel). Alle diese Tätigkeiten erstrecken sich über die Geschäftsbereiche Lagerlogistik und Produktionssteuerung, bei denen jeweils aufregende Herausforderungen warten, gemeistert zu werden. Ich freue mich stets darauf, wenn ich Praktikanten der EDV-Schulen betreuen und mit einer aufregenden Projektarbeit beschäftigen darf. Im letzten Jahr waren dies z. B. die Entwicklung eines 3D-Effekts und der Aufbau eines Simulationsmodells.

 

Screenshot der bei IGZ entwickelten Simulations- und Emulationssoftware

 

Fazit

Abschließend bin ich sehr zufrieden mit den Entscheidungen, welche ich in oben beschriebenem Zeitraum getroffen habe. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle auch meinen Arbeitgeber IGZ, bei dem ich genau das machen kann, wo meine eigenen Stärken liegen. Letzten Endes mache ich hier heute genau das, was ich von Beginn an wollte. Um ein Beispiel zu nennen: Die Entwicklung von virtuellen Logistikanlagen ist technisch der Entwicklung von Spielen sehr ähnlich und nicht weniger fordernd. Interessenten und aktuellen Schülern der EDV-Schulen möchte ich auf den Weg geben, dass Softwareentwicklung nicht nur Beruf sein muss, sondern durchaus auch ein sehr spannendes Hobby sein kann. Ob es sich jetzt wie bei mir eher um Spiele- und 3D-Grafik-Themen handelt oder ganz andere Sachen wie Smartphone-Apps, Webseiten usw., ist völlig egal. Man gewinnt wertvolle Erfahrung und man erlangt eine sehr gute Basis für den Beruf des Softwareentwicklers. Zudem führen die richtigen praktischen Vorkenntnisse umso schneller in den gewünschten Beruf. Infos zu meinen eigenen hobbymäßigen Tätigkeiten sind auf meiner Homepage http://www.rolandk.de/wp oder auf GitHub unter https://github.com/RolandKoenig zu finden.

Ehemaligenbericht der EDV-Schulen Wiesau

Dieter KrockauerName: Dieter Krockauer

Abschluss: Staatlich geprüfter Wirtschaftsinformatiker

Klasse: FWI 1997 - 1999

Aktueller Beruf: Manager im Bereich Supply Chain Management Automotive

(Erstelldatum des Berichts: Mai 2015)

 

 

Ich heiße Dieter Krockauer, bin 43 Jahre alt, verheiratet, habe zwei Töchter und arbeite und wohne in Regensburg. Meinen Abschluss in Wiesau erhielt ich 1999.

Wie kam ich auf die Idee, an die EDV-Schulen Wiesau zu gehen? Den letzten Ausschlag gegeben hat ein Freund, ein ehemaliger Wiesau - Absolvent.

Aber nun erst einmal von vorne: Nach meinem Realschulabschluss 1988 habe ich eine Lehre als Bürokaufmann begonnen und diese nach zwei Jahren abgeschlossen. Darauf folgte der Wehrdienst, welchen ich in München ableisten durfte. Im Jahre 1992 setzte ich meine berufliche Laufbahn in meinem Ausbildungsbetrieb, dem OPEL Autohaus Memmel in Kemnath, fort. Hier arbeitete ich noch weitere 5 Jahre. Während dieser Zeit kam immer wieder der Gedanke, noch einmal etwas ganz Neues auszuprobieren. Letztendlich hat mich dann ein Freund überzeugt, mich an den EDV-Schulen in Wiesau zu bewerben. So kam es dann auch.

Im September 1997 hieß es dann wieder, Schulbank drücken. Ich kann euch sagen, der Gedanke daran war nach mehr als 10 Jahren Berufsalltag gar nicht so einfach. Es kam erschwerend auch hinzu, dass ich im Vorfeld noch so gut wie gar nichts in Richtung Programmierung, Softwareentwicklung zu tun hatte. Somit waren COBOL, Visual Basic oder C++ auch komplettes Neuland für mich.

Dank der Unterstützung der Lehrkräfte und des gesamten Umfelds hatten ich und auch meine Mitschüler(innen) dann aber doch keine große Mühe, uns dem schulischen Ablauf wieder anzupassen und das Lernen neu zu erlernen. So verstrich die Zeit dann doch recht schnell und die Abschlussprüfungen, das Ziel unserer Zeit in Wiesau, standen an.

Die Abschlusszeugnisse hielten wir dann alle Ende Juli 1999 in unseren Händen und das Wichtigste: Alle Absolventen hatten einen Job!

Mich verschlug es dann sofort zu meiner neuen beruflichen Herausforderung zu Siemens nach Regensburg. Hier arbeitete ich ab 1.8.1999 in der Softwareentwickung und programmierte in Visual Basic. Während der ersten Jahre in der Softwareentwicklung besuchte ich an der Universität in Regensburg als Gaststudent Vorlesungen im Bereich SAP. 2003 wurde mir die Möglichkeit geboten, in den SAP IT-Bereich bei Siemens zu wechseln, wo die Aufgabe war, ein globales SAP Business Intelligence System aufzubauen. Diesen Bereich mit einem globalen Team von 15 Mitarbeitern leitete ich dann als Head of SAP BI bis 2007. Anschließend übernahm ich die Leitung eines Teams von 20 Mitarbeitern weltweit im Bereich SAP Warehouse Management (Module IM/WM, MM).

2011- jetzt bereits bei der Continental Automotive GmbH (Übernahme Siemens VDO durch Continental AG in 2008) - entschied ich mich, der IT nach 13 Jahren den Rücken zu kehren, und wechselte intern in den Fachbereich Supply Chain Management Automotive.

Hier leite ich ein Team, welches die Aufgabe hat, die Prozesse der Supply Chain eines Global Players zu harmonisieren und zu optimieren. Schwerpunkte sind hier aktuell Bestandsoptimierung, optimale Reichweiten, Materialflussthemen, Prozesse in den Warehouses, Industrie 4.0 etc.

Dass dies bei ca. 80 Standorten weltweit eine große Herausforderung darstellt, versteht sich von selbst.

Abschließend möchte noch hinzufügen, dass der Job in einem globalen Unternehmen mit den Möglichkeiten, die einem geboten werden, das Optimale darstellt, zumindest für mich.

Das tägliche Arbeiten mit den KollegenInnen auf der ganzen Welt, die Dienstreisen zu den verschiedenen Orten dieser Erde und die spannenden Aufgaben in einem sich permanent verändernden Umfeld machen das Ganze sehr interessant.

Ich hoffe, ich konnte einen kurzen Abriss geben zum einen über die Beweggründe, nach Wiesau zu gehen, und zum anderen, was nach der Zeit an den EDV-Schulen beruflich bei mir passiert ist.

Dem gesamten Lehrerkollegium möchte ich hiermit nochmals danken für seinen Geduld und seinen Einsatz. Alle, die gerade vor einer Entscheidung stehen, sich beruflich verändern zu wollen, kann ich nur ermutigen, dies zu tun.

Dieter Krockauer

Ehemaligenbericht der EDV-Schulen Wiesau

Name: Klaus Güntner

Abschluss: Staatl. geprüfter Wirtschaftsinformatiker

Klasse: FWI 1992-1994

Aktueller Beruf: IT-Leitung Landratsamt Neustadt a.d. Waldnaab

Familienstand: verheiratet (vier Kinder)

(Erstelldatum des Berichts: Mai 2014)

 

Klaus GüntnerLiebe Leserinnen und Leser,

 

als ich 1985 meine Ausbildung zum Maschinenschlosser begonnen habe, war zu Zeiten des legendären Homecomputers Commodore (C64) nicht annähernd abzusehen, wie rasant die Entwicklung der IT voranschreiten wird. Gegen Ende meiner Ausbildung wurde mein Interesse an Computern durch einen Ausbildungsabschnitt an CNC-Drehmaschinen (Computerized Numerical Control) geweckt. Ein interessanter Zeitungsbericht der EDV-Schulen Wiesau wies auf eine Informationsveranstaltung hin (Tag der offenen Tür).

Nach diesem Besuch stand meine Entscheidung fest, nochmals eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich zu absolvieren und mich anschließend an dieser Schule zu bewerben.

Vor meiner eigentlichen Ausbildungszeit in Wiesau konnte ich meine IT-Kenntnisse bei der Bundeswehr (ELOKA) mit einem ATARI 520 ST erweitern. Der 16-Bit Prozessor mit 8 MHz Taktgeschwindigkeit und ganzen 512 KB Speicher war zum damaligen Zeitpunkt (1988) der absolute Hipe. Die Programme wurden damals noch von Diskette geladen (720KB-Disketten) und brauchten ihre Zeit, bis diese in den Arbeitsspeicher geladen wurden. Von Festplatte war damals im Bereich Office-Computer noch keine Rede. Lediglich in der mittleren Datentechnik (Siemens Großrechner) gab es schon Festplatten, die so groß wie Waschmaschinen waren (ganze 50 MB Speicherkapazität).

Bevor ich 1992 meine Fortbildung zum Wirtschaftsinformatiker begann, erkundigte ich mich bei meiner zukünftigen Schule bezüglich der Ausstattung eines zeitgemäßen Computers. Folgende Hardwareausstattung begleitete mich die nächsten Jahre in meinem Homeoffice:

  • 80386 DX Singlecore Prozessor mit ganzen 25 MHz Taktfrequenz
  • 4 x 256 KB Hauptspeicher (insgesamt 1MB)
  • 40 MB Festplatte
  • Farbmonitor (wow) mit 640x480 er Auflösung
  • Kostenpunkt 4.300 DM

Das Arbeiten während der Schulzeit (anfänglich ohne grafische Oberfläche) wurde nach kurzer Zeit mit Windows 3.0 zum absoluten Augenschmaus, was die Aufrüstung des Arbeitsspeichers auf 4MB nach sich zog.

Die grafische Benutzeroberfläche war der grundlegende Stein, um die klassischen Standardprogramme (Word, Excel usw.) und die fachlichen Applikationen anwenderfreundlich für die breite Masse der Anwender zur Verfügung zu stellen.

Die große Herausforderung unserer Schuljahrgänge war in den kommenden Jahren unsere Unternehmen flächendeckend mit anwenderfreundlichen Programmen zu versorgen und mit PCs entsprechende Infrastrukturen (Netzwerk) aufzubauen.

Als ich 1995 meine zweite Stelle als Wirtschaftsinformatiker im Landratsamt Neustadt a.d. Waldnaab antrat, stand auch der öffentliche Dienst vor der Umstrukturierung auf Windows-basierenden Systemen. Jeder Mitarbeiter soll einen Computer-Arbeitsplatz erhalten, war die Intention der Landkreisverwaltung. So wurden aus anfänglich 25 Computer und 30 Terminals ca. 300 Arbeitsplätze, die in einer relativ kurzen Zeitspanne den Bediensteten zur Verfügung gestellt wurden.

Durch die Vielfältigkeit der Softwareprodukte für windowsbasierende Systeme hat sich auch die Anforderung an die ITler in den letzten 20 Jahren massiv verändert. So war es in den ersten Jahren meiner Tätigkeit kein Problem, in allen Bereichen von IT-Anfragen entsprechende Lösungswege zu kennen. Seit ca. 10 Jahren hat sich aufgrund der Komplexität der IT eine Spezialisierung der Mitarbeiter herauskristallisiert. Die Herausforderung, dieses Spezialwissen immer im Vertretungsfall oder Urlaub auf eine weitere Person zu erweitern, hat den Teamgeist und die Teamfähigkeit bei unseren Mitarbeitern massiv verbessert.

Die Betreuung der landkreiseigenen Schulen und die Unterstützung der Gemeinden bei der Beschaffung und Einrichtung der Computer sowie der Betrieb eines landkreisweiten GIS (Geographisches Informationssystem) sind noch hinzugekommene Aufgaben. Durch diese neuen Aufgaben und Herausforderungen ist die Anzahl des Personals von 3 auf 9 Mitarbeiter gestiegen.

Die letzten Jahre unserer Dienstleistungsaufgaben waren von Konsolidierung der IT-Ressourcen, wie z.B. Virtualisierung, Einsatz von Thin Clients, Einführung eines Dokumentenmanagementsystems (datenbankgestützte digitale Akten), und dem Ablösen von Windows XP auf Windows7 geprägt. Natürlich darf der Mensch bei diesen technischen Aspekten nicht außer acht gelassen werden.

Die Herausforderung des ITlers sind nicht nur technischer Art, sondern auch der Umgang mit den Mitarbeitern ist ein wichtiger Bestandteil dieser Tätigkeit.

Schulungen sowie technische Belange (tel. Anfragen) müssen sehr individuell auf den jeweiligen Mitarbeiter zugeschnitten werden. So kommt der Mitarbeiter der IT in die Verlegenheit, psychologisch auf die individuellen Anforderungen einzugehen. Die Anfragen müssen richtig eingeordnet und priorisiert werden, um den Anwender zufrieden zu stellen und Ihn mit der digitalen Welt vertraut zu machen.

Die Herausforderung an dieser Vielfältigkeit von Aufgaben ist der jeweilige Platz des Mithelfers dieses Teams. Durch Mitarbeitergespräche können Stärken und Schwächen analysiert und der ideale Platz in diesem Zusammengehörigkeitsgefüge ermittelt werden. Dies trägt wesentlich zur Motivation und Identifikation der Abteilung bei.

Bei meiner Aufgabe als IT-Leitung ist es ein besonderes Anliegen, die modernen technischen Ausstattungen unter wirtschaftlichen Aspekten im Unternehmen einzuführen. Damit diese Ressourcen möglichst ausfallfrei und transparent zur Verfügung gestellt werden, benötigt man ein hochmotiviertes und gut eingespieltes IT-Team. Meine Mitarbeiter stehen vor der Herausforderung, den Anwendern mit telefonischer und technischer Unterstützung sowie Schulungen eine möglichst gute Basis zur optimalen Nutzung dieses modernen Hilfsmittels COMPUTER anzubieten.

Die Ausbildung an den EDV-Schulen Wiesau hat die Grundsteine für den erfolgreichen Verlauf meines Berufes gelegt. Die Bereitschaft zum Umdenken, zur Weiterbildung und sich den neuen Herausforderungen stellen, nicht nur im technischen Bereich, lässt mich täglich neu wachsen.

 

Ehemaligenbericht der EDV-Schulen Wiesau

Name: Harald Näger

Abschluss: Datenverarbeitungskaufmann

Klasse: DVK 1994-1997

Aktueller Beruf: Geschäftsführer NÄGER IT

(Erstelldatum des Berichts: Mai 2014) 

 

Harald Näger

Sehr geehrte Schülerinnen und Schüler,

 

gerne nutze ich die Gelegenheit, um über meine Zeit an der Berufsfachschule für Datenverarbeitungskaufleute und über meine Erfahrungen aus meinem bisherigen Berufsleben zu berichten.

Mein Interesse an der Informatik wurde an der Lobkowitz-Realschule in Neustadt/WN geweckt. Ich habe den naturwissenschaftlich-technischen Zweig durchlaufen und im Informatikunterricht die ersten Grundlagen vermittelt bekommen. Dabei sammelte ich auch meine ersten Erfahrungen in der Programmierung. Wir programmierten mit Turbo-Pascal unter MS-DOS auf IBM-PS/2 Systemen. Aus heutiger Sicht waren dies sehr bescheidene Mittel, die uns da zur Verfügung standen. Eigene Programme zu schreiben faszinierte mich trotzdem sofort. Dass ich damit später einmal meinen Lebensunterhalt verdienen würde, hätte ich zu diesem Zeitpunkt nicht für möglich gehalten.

Durch Bekannte wurde ich auf die EDV-Schulen aufmerksam, die damals bereits einen hervorragenden Ruf genossen und jedes Jahr aufgrund der hohen Nachfrage viele Bewerber ablehnen mussten. Entsprechend gespannt erwartete ich die Antwort auf meine Bewerbung. Ich hatte Glück und durfte im September 1994 mit der Ausbildung beginnen.

Von Anfang an gefiel mir, dass nicht nur Theorie vermittelt wurde. Natürlich wurde an den Grundlagen nicht gespart - aber die Praxis kam zu meiner Freude ebenfalls nicht zu kurz. Dieser rote Faden zog sich auch bei uns bereits durch die gesamte Ausbildung: angefangen von den Stunden im Rechnerraum über die Arbeit in der Übungsfirma bis hin zu den Praktikumsblöcken in der Wirtschaft. Dies ist aus heutiger Sicht ein wertvoller Erfahrungsschatz, von dem ich häufig profitierte.

Die Jahre vergingen dabei wie im Flug. Das lag aber nicht nur daran, dass man durch den Unterricht in Vollzeit immer gut beschäftigt war, sondern auch an der familiären Atmosphäre an der Schule und in der Klasse. Ich habe meine Zeit an den EDV-Schulen nicht zuletzt deshalb in sehr guter Erinnerung. Mit einigen Klassenkameraden stehe ich nach wie vor in Kontakt und einige dauerhafte Freundschaften sind damals entstanden.

Mein erstes Praktikum absolvierte ich bei der Hajo-Strick GmbH in Weiden. Dort entwickelte ich zunächst in eine Inventursoftware weiter, die ein anderer Schüler der Berufsfachschule im Jahr zuvor dort im Praktikum begonnen hatte. In einem realen Unternehmen mitzuarbeiten war für mich etwas völlig Neues. Mir wurde damals aber gar nicht bewusst, wie leicht mir der Einstieg fiel. Heute würde ich sagen: Wir wurden einfach gut darauf vorbereitet.

Im Betriebspraktikum merkte ich auch sehr schnell, dass es in der IT eben nicht nur um Hard- und Software geht. Das Wissen und die Erfahrungen in den Köpfen der Menschen machen eben häufig einen Großteil des Erfolgs aus oder entscheiden über Erfolg oder Misserfolg.

Meinen zweiten Praktikumsblock verbrachte ich dann bei der Firma Dress EnergieOptimierung GmbH in Waldershof, wo ich auch nach dem Abschluss 1997 als Softwareentwickler angestellt wurde. Aufbauend auf einem Grundlagenkurs, den Herr Dr. Körner damals außerhalb des Lehrplans für interessierte Schüler anbot, eignete ich mir während meines Zivildienstes weitere Kenntnisse in C++ an und konnte dadurch 1999 als Software-Entwickler mit Schwerpunkt C++ nach Amberg zur Genius CAD-Software GmbH wechseln. Wir entwickelten dort unter anderem einen digitalen Produktkatalog für Maschinenbauteile. Das Spannende an diesem Projekt war bzw. ist, dass die Software nach der Auswahl einer bestimmten Produktvariante maßstabsgetreue 2D- oder 3D-CAD-Daten berechnet. Ich hatte dabei das Glück, in einem hervorragenden Team arbeiten zu dürfen, welches von einem Teamleiter geführt wurde, der sich überdurchschnittlich für die Förderung seiner Mitarbeiter interessierte und einsetzte. Dies führte dann dazu, dass ich neben meiner beruflichen Tätigkeit mit dem Telekolleg zwischen 2002 und 2004 die Fachhochschulreife erwarb.

Die Firma Genius wurde bereits im Jahr 2000 – es war die Zeit des Neuen Marktes – zur web2CAD AG und in der Folgezeit, wie so viele andere Firmen auch, ein Opfer der Krise nach der Dotcom-Blase. Nach der Insolvenz im Jahr 2004 entschloss ich mich, meine Informatikkenntnisse weiter zu vertiefen, und begann ein Studium an der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule in Nürnberg. Während des ganzen Studiums konnte ich immer wieder auf wertvolles Wissen zurückgreifen, welches ich in der Ausbildung an der Berufsfachschule erworben hatte. Im Herbst 2009 schloss ich mein Studium als Master of Science in Informatik ab.

Nach dem Studium half mir ein guter Freund dabei, den Weg in die Selbstständigkeit zu finden. Zunächst habe ich einige Monate als Freiberufler gearbeitet. Dann habe ich 2010 die Näger IT GmbH & Co. KG gegründet, durch die ich seitdem meine Dienstleistung als Software-Entwickler und IT-Berater anbiete.

 

 

Abschließend kann man sagen, dass ich mit der Ausbildung an der Berufsfachschule sehr gut auf mein Berufsleben vorbereitet war. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen Lehrerinnen und Lehrern der EDV-Schulen Wiesau für alles, was sie für uns getan haben und was sie uns mit auf den Weg gegeben haben.

An die Schülerinnen und Schüler möchte ich appellieren: Versucht eure Zeit und das Angebot an den EDV-Schulen Wiesau so gut wie möglich zu nutzen, um möglichst viel Wissen und Erfahrung mitzunehmen! Und bleibt auch danach neugierig, motiviert und bereit, ein Leben lang zu lernen!

Ich wünsche Euch und den EDV-Schulen für die Zukunft viel Erfolg und alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Harald Näger

 

 

Ehemaligenbericht der EDV-Schulen Wiesau (Fachinformatiker)

Name: Alois Maderer

Abschluss: Fachinformatiker

Klasse: DVK 1990-1993

Aktueller Beruf: Leiter Logistikbereich MAGNA

 

Wer bin ich?

Ich darf mich kurz vorstellen: Mein Name ist Alois Maderer, ich wohne in Altendorf im nordöstlichen Landkreis Schwandorf, bin verheiratet und habe zwei Kinder. Die EDV-Schulen Wiesau besuchte ich von 1990 bis 1993. Auf Anregung der Schule darf ich nun 20 Jahre nach Schulabschluss meinen bisherigen beruflichen Werdegang schildern.

 

Nach Ableistung des Wehrdienstes begann ich ein Studium der Fachrichtung „Elektrotechnik“ in Regensburg. Nicht zuletzt aufgrund des hohen Freizeitwertes dieser Stadt und der Vorteile des Studentenlebens scheiterte ich jedoch schon nach drei Semestern am Vordiplom. Nun stand ich vor der Tatsache, mit 21 Jahren keine abgeschlossene Berufsausbildung zu besitzen, und musste feststellen, dass es gar nicht so einfach war, eine Lehrstelle zu finden. In dieser Not wurde ich von Freunden auf die EDV-Schulen in Wiesau hingewiesen. Obwohl ich zu dieser Zeit alles rund um Computer und EDV als furchtbar langweilig empfand, bewarb ich mich dort und erhielt auch eine entsprechende Zusage.

 

 

Wo liegt eigentlich Wiesau?

Schon zu Beginn der Ausbildung wurde durch früh plazierte Erfolgserlebnisse am Rechner („Hallo-Welt-Programme“) meine EDV-Begeisterung geweckt. Durch die fehlende „Schulmentalität“ entwickelte sich schnell ein sehr kollegiales und freundschaftliches Verhältnis innerhalb der Klasse, zu vielen Lehrkräften und auch klassenübergreifend unter den Schülern. Dazu trugen auch die gemeinsamen Feste, Fahrten und Veranstaltungen viel bei. Durch die Ausgewogenheit von Theorie und Praxis machte mir die Ausbildung  zwar sehr viel Spaß, ich war aber trotzdem froh, nach erfolgreicher Abschlussprüfung ins Berufsleben einsteigen zu können.

 

Es geht los…

Bei meiner Praktikumsfirma CAT’Systems in Regensburg wurde ich als Anwendungsprogrammierer für RPG auf der AS/400 übernommen. Das dortige Programmiererteam bestand (außer den leitenden Angestellten) komplett aus DVK- bzw. FWI-Absolventen. Meine Aufgabe war im Rahmen der Neuentwicklung einer Standardsoftware die Erstellung der Auftragsabwicklung. Dabei hatte ich sämtliche Phasen vom Grobkonzept über Realisierung bis zur Einführung bei Kunden mit Schulung, Hotline und Wartung abzuwickeln. Hierbei kamen mir meine in Wiesau erworbenen Programmierkenntnisse und das vermittelte kaufmännische Wissen enorm zugute. Sehr schnell musste ich aber auch feststellen, dass die von Hrn. Paetzolt propagierten und von mir damals oft angezweifelten Probleme bei der Entwicklung und Einführung von Software oft auftraten. So gab es beispielsweise immer wieder Schwierigkeiten mit Fertigstellungsterminen und Anwenderakzeptanz. Trotzdem machte mir die Arbeit dort sehr viel Spaß. Nach mehreren Jahren im Softwarehaus wollte ich dann auch die andere Seite der Welt kennen lernen und entschloss mich 1998 zu einem Wechsel  zum MAGNA-Konzern.

 

Autos fahren ist einfacher als Autos bauen…

Mein derzeitiger Arbeitgeber ist mit über 100 000 Mitarbeitern an mehr als 300 Standorten einer der weltweit führenden Automobilzulieferer. Mein Verantwortungsbereich umfasste zu Beginn die EDV und Organisation des Werkes Wackersdorf. Dort fertigten wir mit ungefähr 220 Mitarbeitern Tür- und Seitenverkleidungen für die BMW 3er-Serie (Coupés und Cabrios) und lieferten diese just in time und just in sequence an das BMW-Montagewerk in Regensburg. Hier wurde ich vor komplett neue Herausforderungen gestellt. Da sich unser Werk zum Zeitpunkt meines Eintritts erst in der Aufbauphase befand, waren Abläufe in allen Bereichen zu definieren, umzusetzen und zusammen mit Kunden, Lieferanten, externen Partnern und den Fachabteilen Konzepte zu erstellen und zu realisieren. Dabei mussten die Anforderungen der diversen Fachabteilungen entsprechend koordiniert werden, d. h. beispielsweise muss eine Änderung des logistischen Ablaufes auch zu richtigen Ergebnissen in der Buchhaltung führen. Es zeigte sich immer mehr, dass EDV zu einem großen Teil aus Organisation und Prozessen bestehen kann. Bei meiner Tätigkeit kamen mir meine in Wiesau und in der Praxis erworbenen Programmierkenntnisse vor allem bei der Entwicklung von Softwarekonzepten und der Feinabstimmung mit unserem Softwarepartner sehr zugute. Auch das erlernte kaufmännische Wissen wurde bei der Zusammenarbeit mit den einzelnen Fachabteilungen oft benötigt.

 

Die Oberpfalz ist nicht das Ende der Welt.

Nach sehr spannenden Anfangsjahren im Unternehmen wurde ich dann in eine Art interner task-force aufgenommen. Zusätzlich zu den vorhandenen Aufgaben durfte ich  bei werksübergreifenden Optimierungsprojekten mitwirken, musste aber auch bei Eskalationsthemen lokal unterstützen. Trotz hoher, teilweise internationaler Reisetätigkeit und längerer, anstrengender Einsätze vor Ort an in- und ausländischen  Standorten war dies für mich positiv und ich profitiere noch heute von den dabei gewonnenen Erfahrungen. Eine besondere Freude war für mich in dieser Zeit auch, dass ich einen Fachinformatiker ausbilden durfte. Dieser ist nach erfolgreichem Abschluss immer noch im Unternehmen und nun auf dem Weg in eine Führungsverantwortung.

Was hat Logistik mit IT zu tun?

Ende 2007 wurde ich dann gefragt, ob ich mir vorstellen könne, zusätzlich die Leitung des Logistikbereichs zu übernehmen. Obwohl in einem JIT/JIS-Betrieb die Logistik zu einem nicht geringen Teil aus IT besteht und umgekehrt, nahm ich die Herausforderung mit einem etwas flauen Gefühl an. Somit wuchs meine Führungsspanne von drei auf ca. 30 Mitarbeiter an und ich kämpfte nun mehr mit Lieferantenrückständen als mit Softwarefehlern. Spannend wurde die Aufgabe aber auch durch das stark diversifizierte Team vom angelernten Mitarbeiter mit Migrationshintergrund bis zum Diplom-Betriebswirt.

Gut ein Jahr später durfte ich dann wieder meinen IT-Zuständigkeitsbereich erweitern und mir wurde die Verantwortung für ein IT-Team mit über zehn Mitarbeitern am Standort Straubing übertragen. Dort sind mehr als 600 Mitarbeiter mit der Fertigung von Instrumententafeln und Mittelkonsolen für eine Vielzahl von Baureihen (von Ferrari bis LKW) beschäftigt. Die Herausforderung war nun, aus auf mehrere Standorte verteilten EDV-Spezialisten ein effizientes und werksübergreifend agierendes IT-Team zu bilden. Durch die hervorragende Mitarbeit und Flexibilität der Kolleginnen und Kollegen ist dies auch gelungen.

 

Man ist nur so gut wie sein Team!

Die nächsten Herausforderungen ließen nicht lange auf sich warten. Allerdings kamen nun nahezu zeitgleich zwei neue Aufgaben auf mich zu: Übernahme der Leitung der Logistikabteilung in Straubing mit über 60 Mitarbeitern und Aufbau der IT und der Logistik an einem neugegründeten Standort in der Slowakei. Fordernd war nun neben der Personalverantwortung für ca. 100 IT- und Logistikmitarbeiter an drei Standorten in zwei Ländern auch der Umgang mit unterschiedlichen Mentalitäten. Meine Reisetätigkeit belief sich nun oft auf weit über 8.000km im Monat. Allerdings konnte ich auch viel an Erfahrung sammeln. Möglich wurde diese Organisationsform aber vor allem dadurch, dass ich in allen Bereichen über besonders fähige und engagierte Teamleiter und über eine tolle Mannschaft verfügte. Eine weitere wichtige Rolle spielte auch, dass ich lange Jahre einen hervorragenden Chef hatte.

 

Im Oktober 2011 wurde mir dann die Werkleitung und Prokura für das Werk Wackersdorf übertragen. Somit hatte sich zwar die geographische Verantwortung reduziert, die lokale Verantwortung aber dafür deutlich erhöht. Aktuell produzieren wir mit knapp 200 Mitarbeitern Türinnenverkleidungen für die 1er-, 3er- und 6er-Serien von BMW sowie Zierleisten für den Porsche Cayenne. Obwohl wir uns in einem schwierigen Marktumfeld mit zunehmender Globalisierung bewegen, konnten wir uns bisher erfolgreich behaupten. Dieser Erfolg beruht auf besonderen Leistungen von Menschen in allen Fachbereichen und Ebenen und vor allem aber auf deren Zusammenarbeit. Hier war und ist IT ein wichtiger Faktor. Neben der Bereitstellung von Tools und Systemen, der Definition und Organisation von Prozessen stellt vor allem die IT in einem Industriebetrieb den wirklich übergreifenden Bereich einer Firma dar. In jeder Fachabteilung wird IT eingesetzt, die Kunst ist nur, dies so zu gestalten, dass es für alle optimal ist und perfekt ineinander greift. Deshalb ist es aus meiner Sicht speziell im IT-Bereich wichtig, neben  technischer Kompetenz auch Prozesswissen in allen Bereichen eines Unternehmens zu besitzen und zu erweitern, um erfolgreich zu sein.

Beruflicher Erfolg besteht zu einem Drittel aus Kompetenz, zu einem Drittel aus persönlichem Einsatz und Flexibilität und zu einem Drittel aus Glück.

 

Es stellt für mich eine Ehre dar, dass ich heute die Fabrik leiten darf, in der ich vor 15 Jahren noch Drucker installiert und PCs konfiguriert habe. Die Ausbildung in Wiesau war dazu ein sehr guter und wichtiger Grundstein, speziell durch die Kombination von IT-technischen und kaufmännischen Inhalten. Abschließend möchte ich feststellen, dass mir meine Ausbildung in Wiesau den beruflichen Werdegang  eines Hochschulabsolventen ermöglicht hat und ich diesen Weg jederzeit wieder wählen würde.

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