Ehemaligenbericht der EDV-Schulen Wiesau

Name: Klaus Güntner

Abschluss: Staatl. geprüfter Wirtschaftsinformatiker

Klasse: FWI 1992-1994

Aktueller Beruf: IT-Leitung Landratsamt Neustadt a.d. Waldnaab

Familienstand: verheiratet (vier Kinder)

(Erstelldatum des Berichts: Mai 2014)

 

Klaus GüntnerLiebe Leserinnen und Leser,

 

als ich 1985 meine Ausbildung zum Maschinenschlosser begonnen habe, war zu Zeiten des legendären Homecomputers Commodore (C64) nicht annähernd abzusehen, wie rasant die Entwicklung der IT voranschreiten wird. Gegen Ende meiner Ausbildung wurde mein Interesse an Computern durch einen Ausbildungsabschnitt an CNC-Drehmaschinen (Computerized Numerical Control) geweckt. Ein interessanter Zeitungsbericht der EDV-Schulen Wiesau wies auf eine Informationsveranstaltung hin (Tag der offenen Tür).

Nach diesem Besuch stand meine Entscheidung fest, nochmals eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich zu absolvieren und mich anschließend an dieser Schule zu bewerben.

Vor meiner eigentlichen Ausbildungszeit in Wiesau konnte ich meine IT-Kenntnisse bei der Bundeswehr (ELOKA) mit einem ATARI 520 ST erweitern. Der 16-Bit Prozessor mit 8 MHz Taktgeschwindigkeit und ganzen 512 KB Speicher war zum damaligen Zeitpunkt (1988) der absolute Hipe. Die Programme wurden damals noch von Diskette geladen (720KB-Disketten) und brauchten ihre Zeit, bis diese in den Arbeitsspeicher geladen wurden. Von Festplatte war damals im Bereich Office-Computer noch keine Rede. Lediglich in der mittleren Datentechnik (Siemens Großrechner) gab es schon Festplatten, die so groß wie Waschmaschinen waren (ganze 50 MB Speicherkapazität).

Bevor ich 1992 meine Fortbildung zum Wirtschaftsinformatiker begann, erkundigte ich mich bei meiner zukünftigen Schule bezüglich der Ausstattung eines zeitgemäßen Computers. Folgende Hardwareausstattung begleitete mich die nächsten Jahre in meinem Homeoffice:

  • 80386 DX Singlecore Prozessor mit ganzen 25 MHz Taktfrequenz
  • 4 x 256 KB Hauptspeicher (insgesamt 1MB)
  • 40 MB Festplatte
  • Farbmonitor (wow) mit 640x480 er Auflösung
  • Kostenpunkt 4.300 DM

Das Arbeiten während der Schulzeit (anfänglich ohne grafische Oberfläche) wurde nach kurzer Zeit mit Windows 3.0 zum absoluten Augenschmaus, was die Aufrüstung des Arbeitsspeichers auf 4MB nach sich zog.

Die grafische Benutzeroberfläche war der grundlegende Stein, um die klassischen Standardprogramme (Word, Excel usw.) und die fachlichen Applikationen anwenderfreundlich für die breite Masse der Anwender zur Verfügung zu stellen.

Die große Herausforderung unserer Schuljahrgänge war in den kommenden Jahren unsere Unternehmen flächendeckend mit anwenderfreundlichen Programmen zu versorgen und mit PCs entsprechende Infrastrukturen (Netzwerk) aufzubauen.

Als ich 1995 meine zweite Stelle als Wirtschaftsinformatiker im Landratsamt Neustadt a.d. Waldnaab antrat, stand auch der öffentliche Dienst vor der Umstrukturierung auf Windows-basierenden Systemen. Jeder Mitarbeiter soll einen Computer-Arbeitsplatz erhalten, war die Intention der Landkreisverwaltung. So wurden aus anfänglich 25 Computer und 30 Terminals ca. 300 Arbeitsplätze, die in einer relativ kurzen Zeitspanne den Bediensteten zur Verfügung gestellt wurden.

Durch die Vielfältigkeit der Softwareprodukte für windowsbasierende Systeme hat sich auch die Anforderung an die ITler in den letzten 20 Jahren massiv verändert. So war es in den ersten Jahren meiner Tätigkeit kein Problem, in allen Bereichen von IT-Anfragen entsprechende Lösungswege zu kennen. Seit ca. 10 Jahren hat sich aufgrund der Komplexität der IT eine Spezialisierung der Mitarbeiter herauskristallisiert. Die Herausforderung, dieses Spezialwissen immer im Vertretungsfall oder Urlaub auf eine weitere Person zu erweitern, hat den Teamgeist und die Teamfähigkeit bei unseren Mitarbeitern massiv verbessert.

Die Betreuung der landkreiseigenen Schulen und die Unterstützung der Gemeinden bei der Beschaffung und Einrichtung der Computer sowie der Betrieb eines landkreisweiten GIS (Geographisches Informationssystem) sind noch hinzugekommene Aufgaben. Durch diese neuen Aufgaben und Herausforderungen ist die Anzahl des Personals von 3 auf 9 Mitarbeiter gestiegen.

Die letzten Jahre unserer Dienstleistungsaufgaben waren von Konsolidierung der IT-Ressourcen, wie z.B. Virtualisierung, Einsatz von Thin Clients, Einführung eines Dokumentenmanagementsystems (datenbankgestützte digitale Akten), und dem Ablösen von Windows XP auf Windows7 geprägt. Natürlich darf der Mensch bei diesen technischen Aspekten nicht außer acht gelassen werden.

Die Herausforderung des ITlers sind nicht nur technischer Art, sondern auch der Umgang mit den Mitarbeitern ist ein wichtiger Bestandteil dieser Tätigkeit.

Schulungen sowie technische Belange (tel. Anfragen) müssen sehr individuell auf den jeweiligen Mitarbeiter zugeschnitten werden. So kommt der Mitarbeiter der IT in die Verlegenheit, psychologisch auf die individuellen Anforderungen einzugehen. Die Anfragen müssen richtig eingeordnet und priorisiert werden, um den Anwender zufrieden zu stellen und Ihn mit der digitalen Welt vertraut zu machen.

Die Herausforderung an dieser Vielfältigkeit von Aufgaben ist der jeweilige Platz des Mithelfers dieses Teams. Durch Mitarbeitergespräche können Stärken und Schwächen analysiert und der ideale Platz in diesem Zusammengehörigkeitsgefüge ermittelt werden. Dies trägt wesentlich zur Motivation und Identifikation der Abteilung bei.

Bei meiner Aufgabe als IT-Leitung ist es ein besonderes Anliegen, die modernen technischen Ausstattungen unter wirtschaftlichen Aspekten im Unternehmen einzuführen. Damit diese Ressourcen möglichst ausfallfrei und transparent zur Verfügung gestellt werden, benötigt man ein hochmotiviertes und gut eingespieltes IT-Team. Meine Mitarbeiter stehen vor der Herausforderung, den Anwendern mit telefonischer und technischer Unterstützung sowie Schulungen eine möglichst gute Basis zur optimalen Nutzung dieses modernen Hilfsmittels COMPUTER anzubieten.

Die Ausbildung an den EDV-Schulen Wiesau hat die Grundsteine für den erfolgreichen Verlauf meines Berufes gelegt. Die Bereitschaft zum Umdenken, zur Weiterbildung und sich den neuen Herausforderungen stellen, nicht nur im technischen Bereich, lässt mich täglich neu wachsen.

 

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